Berufung und Beruf
Darin übe ich mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen. APG 24/16

On the Road
Mehr als eine gute Nachricht:
Zurück nach 2 Wochen Italien – Deutschland
Es gibt etwas, das wir oft nicht mit Händen fassen können.
Treue, Fleiß, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, anderen zur Hilfe kommen. Ich habe das gerade in der Not erlebt.
Vorige Woche. In Norditalien, mit MAN TGX 440 on Tour(Foto).
Der Palettenkasten vom Trailer, das weiße Teil unter dem Auflieger, setzte in einer hügeligen Einfahrt auf. Hatte nicht daran gedacht, den Sattel vorher durch Luftdruck anzuheben. Der Kasten wurde von der enormen Wucht mit einem Ruck um etwa 20 cm nach hinten versetzt, lag an Schutzblechen an und drückte diese beidseitig auf die Räder der ersten Trailer-Achse.
Was jetzt? Reparatur durch eine Werkstatt? Das könnte teuer werden.
Hatte schon etwa 10 to Ware geladen, es sollte mehr werden, Ladetermine waren einzuhalten. ... Am Wichtigsten:
Erstmal, Ruhe bewahren, Kollegen anrufen, Rat holen: „Zurrgurte um die Stützen und Kasten wieder zurück ziehen“. Das wars. Aber:
Dazu mußten die Klemmen gelöst werden. Die Schrauben sind im Palettenkasten gekontert und was machen die da? Die drehen natürlich mit. Ich muß in den Kasten rein, die Muttern zu kontern. Der Palettenkasten ging aber nicht auf, die Öffnungs- Bügel lagen am Schutzblech an und das am Rad, siehe oben! Irgendetwas ähnliches wie ein Wunder muß jetzt hier geschehen!
In dieser Not schrie ich zu Gott. Wirklich. Du lernst zu Gott schreien, wenn du in Not gerätst. Und ich schrie, innerlich und unter Tränen. Das könnt ihr mir glauben. „Herr schicke mir einen Engel, hilf mir bitte…“
Was geschah? Ein Manager kam. Er war von der Firma, deren Ware ich drauf hatte. Er hatte meine Not erkannt. Zunächst brachte er mir eine Kola mit. Dann besorgte er Werkzeug, um das Schutzblech abzuschrauben. Gott sei Dank: Das hat geklappt. Aber es blieb schwer und für mich alleine unmöglich, denn die Bügel passten immer noch nicht am Reifen vorbei. Dann fragte ich einen österreichischen Brummifahrer um Hilfe, der grad gegenüber lud. Er kam und brachte zwei italienische Fachleute mit. Die schafften das, was ich nicht vermochte: Sie öffneten den Kasten mit Klemmen und Druck und ohne eine Schramme. Ich kam an die innenliegenden Verschraubungen und Klemmen und schaffte den Rest alleine. Nach etwa 4 Stunden war das Fahrzeug wieder "on the Road".
Aber meine helfenden Engel waren alle wieder weg. Sie waren wieder verschwunden, wie sie gekommen waren. Hatte nicht einmal eine Rechnung bekommen. Ich war und bin der Gesegnete, weiter gehts.
Liebe Freunde, die ihr mir geholfen habt, diese Zeilen werdet ihr vermutlich niemals lesen, Gott liest sie. Und:
Gott segne Euch!

Was uns trägt
Stürme toben und vergehen,
Wüsten stoben und verwehen.
Welten lügen und versprechen,
Herzen lüstern und zerbrechen!
Aller Schein kann nicht besteh´n,
selbst der Reichtum muß vergeh´n.
Darum sammle früh bis spät,
Liebe, die zum Herzen geht.
Und: Geb´ fleißig davon ab,
geize nie mit dieser Gab´!
Das ist, was uns trägt im Leben,
Liebe, die wir andern geben.
Und kommst einmal du zur Ruh,
deckt DICH diese Liebe zu.
Artikel in der Ostseezeitung am 23.08.2011
Ostseezeitung.Dieter.LKW.2011.pdf
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Manfred, Werner und SiegfiedKümmere mich gemeinsam mit Geschwistern um "meine" Rollstuhlfahrer und andere Freunde, kennen gelernt während Evangelisationen und freiwiligem Praktikum im Seniorenheim.
Günter 2005Als ich Günter im Sommer 2005 morgens um 9 Uhr auf einer Parkbank zufällig vor dem Roten Rathaus in Berlin traf, war er gerade von "zu Hause" gekommen: Einem Park in Friedrichshain. Er hatte bereits zwei Winter draußen kampiert und sah richtig fertig aus. Wir frühstückten erstmal zusammen und stellten fest, daß wir uns unheimlich gut verstehn. Eine Woche später besuchte er einen Gottesdienst. Er sehnte sich nach einem eigenen Zuhause. Doch zuerst mußte noch einiges geschehen, bis solches sein konnte: Zum Beispiel das erste mal nach eineinhalb Jahren Haare waschen und schneiden lassen... Günter ließ das gerne zu, wir waren froh, daß wir nun öfter zusammen sein konnten. Wie zwei Brüder, bis heute. Gott sei Dank.
Aufnahme Günter und Dieter 2007Als diese Aufnahme 2007 entstand, hatte er bereits eine "eigene" Miet - Hochhaus - Wohnung in Berlin. Gerettet aus dem Pennermilieu. Günter: Ja, da hat Gott mir geholfen, das weiß ich ganz genau und ich bin dankbar. Sehr positiv ist in diesem Zusammenhang auch die Unterstützung seitens der Stadt Berlin einzuschätzen.
Heute halten wir ständig Kontakt, vor allem auch mit Victor, Günters Betreuer und Freund. Und wir unternehmen gelegentlich etwas gemeinsam.

Zu Besuch bei seinem Bruder Peter in Cottbus, 2010. Günter und seine Familie stammen von dort.
Was für ein Geschenk, einem Menschen eine Freude machen zu dürfen.
Dieter Schimmelpfennig Deutschland

